Geschichte

NR 200 FFSBG Bruderhof nach 1920Die Freiwillige Feuerwehr Salzburg wurde am 11. November 1865 gegründet. Sie ist nach Oberndorf die zweitälteste Feuerwehr im Bundesland Salzburg. Die erste Zeugstätte in der Stadt Salzburg befand sich damals im Bürgerspital. 1866 kamen der Chiemseehof und das Bruderhaus als weitere Zeugstätten hinzu. 1909 wurde im Bruderhof die erste Hilfsstelle für Erste Hilfe ( Vorläufer der Rettung ) eröffnet.

1920 wurde die „III. Compagnie“ in „Feuerwache Bruderhof“ umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt galt diese Feuerwehr als die einzige vollmotorisierte Wehr des Landes. In den folgenden Jahren wurden mehrfache Adaptierungen (Gasschutzraum, Feuermeldezentrale, eigene Ausbildungsstätten) geschaffen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Zentrale und der Großteil des Wacheareals von der neugeschaffenen Berufsfeuerwehr bezogen. Damit waren Berufs- und Freiwillige Feuerwehr an einem Platz vereint. 1999 wurde das neuerrichtete Gebäude der „Feuerwache Schallmoos“ – wieder von Freiwilliger- und Berufsfeuerwehr – bezogen, der „Bruderhof“ geräumt.

Die Freiwillige Feuerwehr behielt die Namensbezeichnung Bruderhof für ihre taktische Einheit. Sie besteht derzeit aus 67 aktiven Angehörigen. 14 Jugendliche werden momentan in der „Feuerwehrjugend“ ausgebildet. 16 Feuerwehrpensionisten runden den Mannschaftsstand ab. Mit 97 MItgliedern ist der „Löschzug Bruderhof“ zur Zeit der mannschaftsstärkste der Stadt Salzburg.

Seit 1865 leistet die Feuerwehr Salzburg ihren wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Landeshauptstadt und ihrer Bewohner. Sie hat sich von einem ehrenamtlichen „Löschinstitut“ zu einer hochspezialisierten Katastrophenschutztruppe entwickelt. Die Vielfältigkeit des Einsatzspektrums der Feuerwehr Salzburg erfordert Spezialisten, die bei einem Minimum an Zeit die richtige Entscheidung treffen. Mit modernen Einrichtungen und immer wieder unter Beweis gestellter hoher Einsatzbereitschaft hat sie ihre Schutzaufgabe auch unter schwierigsten Bedingungen stets erfolgreich gelöst.

Die Stadt Salzburg wurde immer wieder von großen Katastrophen (Hochwässer, Großbrände, Bergstürzen) heimgesucht, einen organisierter Brand- und Katastrophenschutz im modernen Sinne gab es nicht. In früheren Jahrhunderten war die gesamte Bevölkerung verpflichtet, bei der Brandbekämpfung mitzuwirken. Die seit dem 16. Jahrhundert in regelmäßigen Abständen novellierten Feuerverordnungen bestimmten den Bürgermeister als verantwortlichen Löschdirektor und enthielten bereits detaillierte Vorschriften über Präventivmaßnahmen (Lagerung von feuergefährlichen Stoffen, Kehren der Rauchfänge), Brandalarm („Ausrufen des Feuers“) und Brandbekämpfung, Selbsthilfe wurde groß geschrieben. Der Graphiker und Turnlehrer Beda Weinmann nahm den Dombrand am 15. September 1859, zum Anlaß, in Salzburg eine Feuerwehr zu schaffen, 1865 waren 189 Männer aus der Stadt bereit, der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Salzburg beizutreten. 1866 schuf man drei Feuerwachen: Im Bürgerspital (1. Compangnie), im Chiemseehof (2. Compagnie) und im Bruderhaushof (3. Compagnie), letztere blieb bis 1999 existent. Gleichzeitig führte man einheitliche Uniformierung und die Mindestausrüstung des Wehrmannes mit Stiefeln, Gurt und Helm ein.

Bis zur Jahrhundertwende konnte eine Verbesserung der Alarmierung durch die Verwendung von Telegraphen, eine Erhöhung des Mannschaftsstandes auf über 250 Mann (in einer Stadt, die damals ca. 40.000 Einwohner zählte), der Bau der Fürstenbrunner Wasserleitung mit 124 angeschlossenen Hydranten und der Anschluß der Zeugstätten an das öffentliche Stromnetz erreicht werden. Auch der persönliche Schutz der Feuerwehrmänner wurde durch die Einführung von Rauchhauben und einer verbesserten Sicherheitsausrüstung Rechnung getragen.

Einen besonderen Höhepunkt stellte die Abhaltung des XII. Deutschen Feuerwehrtages im September 1883 dar, zu dem sich über 3100 Feuerwehrmänner aus Österreich-Ungarn, dem gesamten deutschsprachigen Raum und aus den baltischen Ländern in Salzburg einfanden. 1899 wurde in der 3. Compagnie der Schlauch- und Steigerturm fertiggestellt, das sogenannte „Rettungsstöckl“ ausgebaut. Die Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte der Feuerwehr die Schaffung einer eigenen Wasserwehr zur Hilfeleistung bei Hochwassergefahr und den kontinuierlichen Ausbau der neu aufgestellten Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr im Bruderhof, aus der das heutige leistungsfähige Rettungswesen des Roten Kreuzes hervorging. In der Zwischenzeit waren in den Nachbargemeinden Salzburgs, die vielfach Mitte der dreißiger Jahre zur Schaffung eines „Groß-Salzburg“ eingemeindet wurden, die Freiwilligen Feuerwehren Gnigl, Maxglan, Itzling, Liefering, Leopoldskron, Aigen und Morzg-Kleingmain entstanden, die großteils bis zu Beginn der fünfziger Jahre aufgelöst wurden.

Auch eine Reihe freiwilliger Betriebsfeuerwehren bestanden im Raum des heutigen Stadtgebietes, hier sind vor allem die „K. u. K. Staatsbahnfeuerwehr“, die Betriebsfeuerwehren der Stieglbrauerei, der Firmen Gessele und Fisslthalermühle zu nennen. Sogar eine „Feuerwehr der Landesirrenanstalt Lehen“ bestand bis 1940. Der Kriegsausbruch 1914 bedingte einen empfindlichen Mannschaftsschwund, dem man mit der Aufstellung einer „Jungwehr“, bestehend aus 14 bis 16-jährigen, begegnete. Unter der aufopfernden Führung der nicht zum Wehrdienst einberufenen Kommandanten konnten diese Jugendlichen im Branddienst, vor allem aber bei der Betreuung der Lazarettzüge und der Heimführung von Kriegsversehrten mit viel Idealismus den schweren Aufgaben gerecht werden.

In der Zwischenkriegszeit konnte sich die Salzburger Feuerwehr trotz wirtschaftlicher Not zu voller Blüte entfalten. Umfangreiche Reorganisationen standen am Beginn der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Die Zeugstätten im Bürgerspital und im Chiemseehof wurden durch dieneugegründete „Feuerwache Residenz“ ersetzt, die 3. Compagnie in „Feuerwache Bruderhof“ umbenannt. Die bisherige Einteilung der Mannschaft in Schutz-, Steiger- und Spritzenmannschaft wurde abgeschafft, der „Einheitsfeuerwehrmann“ geschaffen. Auch in technischer Hinsicht wurde die Feuerwehr der Landeshauptstadt federführend im Land. Schon vor dem ersten Weltkrieg wurde Kohlensäure als Löschmittel mit Erfolg getestet und Dampfspritzen verwendet, zu Beginn der zwanziger Jahre war die gesamte Wehr mit Automobilen ausgerüstet, ab 1930 Sauerstoffkreislaufgeräte eingeführt. Auch die Installierung einer zentralen Feuermeldestelle für das ganze Land Salzburg im Jahr 1921 war für jene Zeit geradezu revolutionär. Die Offiziere sorgten außerdem für die Erstellung von Brandschutzplänen für öffentliche Gebäude, führten eine Höchstaltersgrenze für die Mannschaft sowie ein neues Schulungs- und Ausbildungssystem ein und waren bemüht, die Feuerwehr aus dem Vereinsdasein herauszuführen. Vor allem der Versicherungsaspekt – der Dienst in der Feuerwehr hatte bis dahin in der Stadt Salzburg drei Tote und vier Schwerverletzte gekostet – erforderte eine Umwandlung der Feuerwehrvereine in Körperschaften öffentlichen Rechtes.

Um den ständig steigenden Anforderungen hinsichtlich kürzerer Ausrückezeiten gerecht zu werden, entstanden im Bruderhof Dienstwohnungen für Gewerbetreibende aus dem Bereich der Linzergasse. Die politische Veränderung des Jahres 1938 unterbrachen die Entwicklung einer Feuerwehr, die zu diesem Zeitpunkt einen Mannschaftsstand von 250 Mann aufweisen konnte und landesweit als vorbildlich galt. Zwar konnte die Schlagkraft der Feuerwehr durch die Einführung der einheitlichen deutschen Löschgruppe, genormter Fahrzeuge und Modernisierung des gesamten Fahrzeugparks noch gesteigert werden. Die neuen Machthaber sorgten aber auch für die sofortige Entfernung politisch unzuverlässiger Mitglieder, untersagten die traditionelle Florianifeier und unterstellten die Rettungsabteilung dem „Deutschen Roten Kreuz“. Ferner wurden die Feuerwehrmänner als Hilfspolizisten vereidigt und unterlagen so der SS- und Polizeigerichtsbarkeit. In der folgenden Kriegszeit lag der Schutz der Bevölkerung in den Händen einer Feuerlöschpolizei die nur noch aus wenigen freiwilligen Feuerwehrmännern bestand und von den meist aus sehr jungen Burschen rekrutierten „Feuerwehrscharen der Hitlerjugend“ unterstützt wurde. Restbestände der Feuerlöschpolizei und der HJ-Feuerwehr konnten trotz Hunger, Benzinknappheit und Ersatzteilmangel den Brandschutz in der von US-Truppen besetzten Stadt aufrecht erhalten.

Das Wachsen der Stadt bedingte ab 1945 die Aufstellung einer hauptamtlichen Truppe, die von der die Freiwilligen Feuerwehr verwaltungstechnisch getrennt wurde und die seit 1948 die Bezeichnung „Berufsfeuerwehr“ trägt. 1952 wurde der Bruderhof großzügig umgebaut und die neue Brandmeldezentrale in Betrieb genommen, die bis 1992 verwendet wurde und die Feuerwehr Salzburg zu etwa 90.000 Einsätzen alarmierte. Der Fahrzeugpark und die Feuerwehrausrüstung waren dank der Abrüstung der Deutschen Wehrmacht überkomplett. Aus Kostengründen wurde die Militärlackierung der ehemaligen „Feuerschutzpolizei“ teilweise bis in die fünfziger Jahre beibehalten, die Feuerwehrmänner nur mit ausgetretenen Stiefeln, eingefärbten alten Uniformen und einer Armbinde mit der Aufschrift „Fire-Brigade“ ausgestattet. Die Ausrückefrequenz hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. So wurden 1949 1.433 Einsätze, davon 182 Brandeinsätze verzeichnet, 1989 waren es bereits 2.400 Einsätze, davon 560 Brandeinsätze. Die Anzahl der Großbrände hat sich aber, dank stark verkürzter Ausrückezeiten und modernem vorbeugendem Brandschutz, extrem stark reduziert. Die Feuerwache Residenz wurde 1953 aufgelöst und die neue Feuerwache in Maxglan eröffnet. Alle Ausbildungskurse für die Freiwilligen Feuerwehren des Landes Salzburg wurden dort bis zur Eröffnung der Landesfeuerwehrschule von der Berufsfeuerwehr durchgeführt. 1968 wurde der technische Zug der Berufsfeuerwehr in der Feuerwache Gnigl erweitert.

Eine 1972 geplante „Feuerwache Süd“ in der Alpenstraße kam nicht zur Ausführung. 1979 wurden Personenrufempfänger für die Freiwillige Feuerwehr der Landeshauptstadt Salzburg eingeführt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr mußten in den 70er Jahren noch Fahrzeuge im Stand gehalten werden, die aus der Kriegszeit stammten, ab etwa 1980 konnte, auch dank der Spenden der Salzburger Bevölkerung und der Wirtschaft sowie der finanziellen Unterstützung durch die Stadtverwaltung der Fuhrpark den heutigen Anforderungen entsprechend modernisiert werden. Mehrere Organisationänderungen folgten vor allem in Folge einer Untersuchung durch die Firma Wibera, die u. a. eine neue gemeinsame Alarmierungs- und Ausrückeordnung für die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr zu Folge hatte. Der Mai 1986 forderte mit Tschernobyl die Feuerwehr in besonderem Ausmaß, Strahlenschutzausbildung und Geräte bewährten sich. Bei der Explosion von Gasflaschen am 28. August 1986 bei der Firma Kässbohrer in Taxham kamen die Berufsfeuerwehrmänner HBM Karl Dichtl und LM Manfred Meixner ums Leben, acht weitere Berufsfeuerwehrmänner sowie zwei Firmenangehörige wurden zum Teil schwer verletzt. In den 90er Jahren stellen mehrere Serienbrandstiftungen die Feuerwehr auf eine harte Probe. Einer Initiative des Löschzuges Bruderhof folgend, gelingt es der Freiwilligen Feuerwehr mit der Einführung einer Feuerwehrjugend das beginnende Personalproblem aus der Welt zu schaffen. Im Laufe der letzten Jahre wurde die persönliche Schutzausrüstung wesentlich verbessert, neue Helme, Stiefel und Handschuhe den EU-Richtlinien ab 1996 entsprechend, eingeführt. Fertigstellung und Bezug der neuen Hauptfeuerwache Salzburg der Berufsfeuerwehr in der Jägermüllerstraße in Maxglan können im März 1993 realisiert werden, im selben Jahr erfolgt auch der Planungsbeginn für die Feuerwache Schallmoos als Ersatz für die Feuerwache Bruderhof. Die Neugründung der Wache Liefering der Freiwilligen Feuerwehr ergänzte die Möglichkeiten des abwehrenden Brandschutzes in der Stadt. Die Feuerwache Bruderhof an der Linzer Gasse harrte seit Jahren einer dringend erforderlichen Verlegung an einen verkehrsgünstigeren Standort, nun konnte auch hier mit dem 1999 fertiggestellten Neubau der „Feuerwache Schallmoos“ (besetzt von der „Löschbereitschaft Schallmoos“ der Berufsfeuerwehr und dem „Löschzug Bruderhof“ der Freiwilligen Feuerwehr) ein mehr als vollwertiger Ersatz geschaffen werden.

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